25-jähriges Vereinsjubiläum 2010

Als ich gehört hatte, dass der jährliche Kongress des hessischen Schachverbandes und die hessischen Meisterschaften anlässlich unseres 25-jährigen Vereinsjubiläums bei uns in Bad Vilbel stattfinden sollten, war ich begeistert. Öffentlichkeit schadet einem Schachverein doch nie, oder? Die Gesichter, der Vereinskollegen, die das ganze schon mal – nämlich beim 10-jährigen Vereinsjubiläum – miterlebt hatten, drückten aber eher gemischte Gefühle aus. Und hinter vorgehaltener Hand bekam ich „oh je, das ist viel Arbeit!“ zu hören.

 

Und das war es dann tatsächlich: der ganze Verein hatte sich schon lange vorbereitet: Dieter Haas hatte Urlaubssperre verhängt und die Koordination des ganzen in die Hand genommen, so war dann jeder von uns für ein Teilgebiet verantwortlich. Klaus hat zum Beispiel die Schachaufgaben für unsere Festschrift ausgewählt, Uli sich mit dem komplizierten Problem „wie sage ichs dem PC?“ auseinander gesetzt, Carsten hat in der Vereinsgeschichte gesucht und eine schöne Zusammenfassung erstellt und Holger und ich haben ein paar Texte zugesteuert. Damit war es aber längst nicht getan, das gute Stück brauchte ja noch Sponsoren und musste gedruckt werden, das Kurhaus musste reserviert werden, das Catering geplant werden und und und….

Sehr nett fand ich persönlich die Vergabe der Thekendienste: Dieter reichte eine Liste rum und begleitete sie mit den Worten „Die geht nun so lange rum, bis alle Lücken gefüllt sind!!“ Da hatte ich wirklich Glück sie gleich anfangs in die Hand zu bekommen! Immerhin musste jeder selber planen wann er wo mitspielen wollte und wo er Zeit für Thekendienste hatte.

 

Als es dann endlich losging, lief aber auch alles reibungslos. Die Theke hatte zwar hier und da kleinere Engpässe, aber zum einen gab es immer noch Alternativen auf der Speisekarte und zum anderen sind wir ja auch keine Profis im Bewirten von so vielen Gästen. Was ich im vorbeigehen so aufgeschnappt habe, war rundweg positives Feedback. Besonders die humanen Preise wurden von unseren Gästen geschätzt und der Kuchen fand allgemein Beifall. Uli und ich hatten eben doch recht: selbstgebacken schmeckt besser!

Holger, der kulinarische Chef der Theke, kreierte einen Vilbel-burger, belegte Brötchen gab es sowieso und ich denke es war für jeden was dabei und man hat gemerkt, dass wir uns trotz der Arbeit auf unsere Gäste gefreut haben.

Es sah auch ganz so aus, dass sich unsere Gäste durchaus wohl gefühlt haben. Das Kurhaus mit seinen vielen Räumen unter einem Dach hat den meisten gut gefallen und auch die Meister waren mit ihrem Extra-Spielraum sehr zufrieden. Mit der Absperrung, den Namensschildchen an den Brettern und der Ruhe im Raum, drängte sich mir allerdings der Vergleich zu wilden Zootieren auf.

Benommen haben sich die Spieler, von einer Ausnahme abgesehen, aber keineswegs so. Es ging fair und friedlich zu und die Schiedsrichter hatten überall wenig zu tun. Vielen Dank für Euer sportliches Verhalten, an alle Spieler und Gäste!

Die 16 Meister, einer davon unser FM Klaus, haben in 9 Runden tapfer gekämpft und letztendlich konnte der FM Bulski das Turnier für sich entscheiden. Den dritten Platz belegte FM Poetsch, der hier in Bad Vilbel das Georg-Büchner-Gymnasium besucht und mitten im Abitur steckt. Ich hoffe mal, dass die Meisterschaften den Lernplan nicht durcheinander gebracht haben.

Die Platzierungen in den einzelnen Gruppen, hat der hessische Schachverband übrigens auf seiner Homepage stehen:

http://www.schachverband-hessen.de/index.php?id=546&tx_ttnews[tt_news]=54&tx_ttnews[backPid]=85&cHash=d759c995d1

Am Sonntag fand auch noch das Simultanturnier gegen den GM Bischoff statt. Insgesamt hatten sich 15 Spieler angemeldet und ich fand es sehr schade, dass ich mich nicht zerteilen konnte, sonst hätte ich nämlich auch gern mitgespielt.

Man hat mir berichtet, dass sich Herr Bischoff quasi spielend geschlagen hat und alle Partien souverän gewonnen hat. Meinen Respekt vor dieser Leistung! Ich erinnere mich noch gut an meine ersten Simultanrunden im Verein: da waren es nur vier Spiele gleichzeitig und trotzdem habe ich sie alle verloren und hatte danach erstmal Kopfschmerzen…

Sehr zum Leidwesen unseres ersten Vorsitzenden hat ein Bad Vilbeler Team das 3-Länder-Turnier gewonnen. Mit nur einem halben Punkt Vorsprung haben „wir“ Brotterode (verstärkt durch den TV Frankfurt) geschlagen! Lieber Dieter, sei doch bitte mal ein bisschen stolz auf unsere Spieler! Ich weiß, Du willst ein guter Gastgeber sein, aber Schach ist immer noch ein Spiel, das man GEGENEINANDER spielt. :o)

Das Team aus Glossop belegte den dritten Platz und somit wurde das zweite Vilbeler Team letzter. Vielleicht ein kleiner Trost für unseren Dieter.

Wichtiger als das Gewinnen war bei diesem Turnier aber das Spielen an sich und der Besuch der Schachspieler aus unseren Partnerstädten. Schade nur, dass keine Spieler aus dem französischen Moulin anwesend waren.

Ganz am Ende der Feierlichkeiten fand dann noch ein Blitzturnier statt. Bei dem ging es nicht mehr ganz so ernst und überlegt zu, wie bei den Meisterschaftspartien an den Tagen davor. Zumindest in den schlechteren Gruppen, aber auch in der A-gruppe haben die meisten den Spaß in den Vordergrund gestellt. Ich habe gestaunt, dass es aber trotzdem einzelne gab, die auch das Blitzturnier sehr ernst genommen haben. Die schlechteren Gruppen konnten das anscheinend genauso wenig verstehen wie ich, denn nach dem x-ten „Ruhe!!“ Ruf vom Tisch der A-gruppe, rief irgendwer entnervt „Schnauze!!!“ zurück. Ich weiß nicht ob das alle so lustig fanden, unangebracht war es meiner Meinung nach jedenfalls nicht. ;o)

Nach dem Mitternachtsblitz waren die meisten Spieler ziemlich fertig und so mancher konnte die Siegerehrung nicht mehr abwarten um ins Bett zu kommen. Ich muss ehrlich gestehen, mir ging es da auch so.

Trotzdem freue ich mich für die Gewinner der Turniere, ihr habt tapfer gekämpft und verdient gewonnen!

Unseren vereinsinternen Höhepunkt bildete der Kommersabend im Ahrenshof, der uns mit einem reichhaltigen Buffett verwöhnte. Zu diesem Anlass waren auch die Gäste unseres Partnervereins aus Glossop erschienen, über die ich mich sehr gefreut habe. So eine weite Reise um zu unserem Fest zu kommen, das ist wirklich eine Freundschaftsbekundung! Wirklich schön dass ihr da wart und vielleicht klappt es ja irgendwie, dass man sich öfters besucht und nicht nur an Jubiläen.

Außerdem sind beim Kommersabend noch Verschollengeglaubte wieder aufgetaucht, der Stadtverordnetenvorsteher Manfred Cleve hat uns beehrt, wir haben erfahren, dass unser Bürgermeister und Schirmherr der Veranstaltung auf einem Schachbrett gar nicht so ahnungslos ist (wer weiß, vielleicht schaffen sie es ja doch noch mal dienstags in den Verein, Herr Stöhr!?) und die Gründungsmitglieder wurden geehrt. Dann gab es noch ein paar Ehrungen für besondere Leistungen und ich habe mich gefreut, dass eine davon an mich ging. Wow, damit hatte ich echt nicht gerechnet! Vielen Dank an meine lieben Kollegen, bei solch einer Bestätigung fühle ich mich gleich noch ein bisschen wohler.

Außerdem sagte auch Herr Ballo, der Vorsitzende des hessischen Schachverbandes noch ein paar Worte. Unter anderem, dass es ihm bei uns in Bad Vilbel sehr gefallen hat und dass er doch gerne wieder kommen würde….

Huch! Ich freue mich ja für das Lob, aber da habe ich nun doch einen kleinen Schrecken bekommen. Nach der Festwoche verstehe ich nämlich sehr gut was mit „viel Arbeit“ gemeint war. Wie sagte ein Vereinskollege im Vertrauen zu mir (nein, hier nenne ich keine Namen!) – wer so was einmal ausgerichtet hat, der will das so schnell nicht wieder tun; oder zumindest erst, wenn die, die es miterlebt haben, nicht mehr im Verein aktiv sind und dafür jüngere Mitglieder, die noch ahnungslos sind, das machen können.

Doch trotz der vielen Arbeit denke ich mal, dass es allen Spaß gemacht hat und es eine gelungene Jubiläumsfeier war! 

Katrin Hanka